...Orchester
"Radetzky-Marsch" als "i-Tüpfelchen"
Jahreskonzert 2010 beim Musikverein "Freundschaft" Berghausen bot ein breites Spektrum
In der TSV-Halle waren sich am Ende alle Konzertbesuicher einig, dass das Jahreskonzert des Musik-vereins "Freundschaft" Berghausen (MVFB) alle Erwartungen erfüllt und sich in die Reihe niveauvoller Veranstaltungen dieser Art des Traditionsvereins nathlos eingereiht hat. Und was auch sehr postiv registriert wurde, war die Programmdauer mit gerade mal etwas über zwei Stunden. Die haben den Mitwirkenden, Ju-gendorchester und Blasorchester unter Dirigent Martin Rebholz sowie dem Bläser-Ensemble (Leitung Kim Rinderknecht), gereicht in kompakter Form den musikalischen Stand der Dinge zu zeigen. Der war gut und schwungvoll, und die elf Melodien, ohne die Zugaben, waren deshalb verständlich, weil sie den Zuhörern ins Ohr gingen.
108 Jahre
hat der Musikverein "Freundschaft" auf dem Buckel. Seine
Aussendarstellung aber ist jung geblieben. Vorsitzender Vincenz Geber
kam nicht umhin, die Begrüßung auch dafür zu nutzen, um Fakten zu
nennen: Die Vereinsjugend, dazu zählen das 30 köpfige Jugendorchester,
sowie Arbeitsgemeinschaften und Flötenunterricht, umfasst derzeit 71
Jungen und Mädchen. Hinzu kommen drei Kooperationen. Das Blasor-chester
ist mit 60 Aktiven zumindest quantitativ in der Blüte, was aus einer
seit Jahrzehnten intakten und sprudelnden Nachwuchsarbeit resultiert.
Was die Qualität anbelangt, ist das Aushängeschild der "Freund-schaft"
auf einem sehr guten Weg, wie wiederholt Ergebnisse bei Wertungsspielen
signalisierten, fügte Geber hinzu.

Beim Konzert jedenfalls hat das Blasorchester einen weiter gesteigerten Reifegrad erkennen lassen, was Stücke wie "Ross Roy", dessen Uraufführung vor 13 Jahren in Brisbane/Australien erfolgte, "Yosemite Autumn", ein musikalisches Kunstwerk dessen Klangvielfalt beeindruckte, und Auszüge aus der Oper "Carmen " hören ließen. Mit "Die glorreichen Sieben" wurde dem gleichnamigen Western, der 1961 in die deutschen Kinos kam, gehuldigt, und im Publikum, wie Moderatorin Silvia Vogel erfreut feststellte, eine hohe Identifi-kation erzielt. Aus den 1970er Jahren stammt das weltbekannte Blasmusikarrangement "African Synphony", dessen Schwerpunkt vom neunköpfigen Schlagwerkregister geprägt wurde. Daneben trugen die Hörner und Posauenen sehr zum afrikanisch wirkenden Klang bei.
Eine aussagekrägftige Visitenkarte zelebrierte auch das Jugendorchester mit "Frede`s Theme". Bei "Swing-in` at the Riverside" scheute es den Vergleich mit "an der Pfinz" nicht, und es legte den Hit "Y.M.C.A." von "Village People" auf. Sieben Moderatoren aus den eigenen Reihen hatten das Jugendorchester begleitet, das mit "Synco Rock" speziell dem Jugendleiterteam um Frank Holschbach seinen Dank ausdrückte.
In der Besetzung mit zwei Trompeten, Posaune, Tuba und Waldhorn zeigte das Bläser-Ensemble des MVFB sein Können mit der Ouvertüre aus "Wilhelm Tell", "The Theme From Dallas" und "Carmen Habanera" mit einem harmonierenden Zusammenspiel.
Jugendorchester und Blasorchester gemeinsam eröffneten das Konzertfinale und servierten "Dont Cry For Me Argentina". Danach folgte das Blasorchester mit dem i-Tüpfelchen: dem "Radetzky Marsch". (ee)