Steinwiesenfest 2017 – „Von Pfinztalern für Pfinztaler“

Das Steinwiesenfest in Berghausen wird schon seit 70 Jahren gefeiert

Bericht: Emil Ehrler

Hört man „Steinwiesenfest“ in Berghausen, ein mittlerweile dreitägiges Musikfest der besonderen Art im unteren Pfinztal rund um den Vatertag, vermutet man dahinter wohl kaum eine besondere Vorgeschichte. Die Protokollbücher des vor 115 Jahren gegründeten Musikvereins Freundschaft (MVFB) jedoch geben Einblick auf einen Reigen von jährlichen Vereinsfesten, der vor 70 Jahren begann.

Erste Versuche mit zaghafter Wahrnehmung in der Ortsgemeinschaft waren ab 1947 Bunter Abend, Theateraufführung, Tanzveranstaltung, Herbstfeier oder Gartenfest an zwei Tagen mit einem siebenköpfigen Helferteam. 1953 fand dann das erste Waldfest statt, weit abseits des Dorfes im Distrikt „Hopfenberg“ beim Rothenbusch. Idyllisch blieb die Adresse des Musikfests am Feiertag Christi Himmelfahrt auch nach dem Umzug für vier Jahre beim „Felsen“ des Hopfenbergs. Der Berghausener Hausberg bot danach für 22 Jahre auf dem Freiplatz am Touristenweg weiterhin die malerische Kulisse für das regional bekannt gewordene Stelldichein der Blasmusik, war inzwischen jedoch auf drei Tage ausgedehnt.

Die Namensänderung erfolgte dann 1984 mit dem Umzug in die neue Kulturhalle in den „Steinwiesen“: Aus dem „Waldfest“ wurde das „Steinwiesenfest“. Der MVFB als einer von vier Vereinen der Interessengemeinschaft Kulturvereine, dem Besitzer der Kulturhalle, hat mit dem Wechsel in den bebauten Ortsetter das große Los gezogen. Alles ist nun unter einem Dach, dazu kommt eine große Außenanlage auf der grünen Wiese. Man ist für jegliches Wetter gewappnet. Letzteres hatte in der Historie dem Freiluft-Waldfest schon manchen Strich durch die kalkulierte Einnahmenrechnung gemacht, weiß Vorsitzender Stefan Wippert zu berichten.

Fest und Aufgaben sind gewachsen, ganz zu schweigen vom kulinarischen Angebot, und auch die Zahl der Programmgestalter auf der Musikbühne hat mittlerweile das Dutzend erreicht. Während des Steinwiesenfests waren 100 Helfer in 160 Schichten für Bewirtung sowie eine reibungslose Logistik im Einsatz. Und noch eines zeichnet das Steinwiesenfest aus, das gern auch mit dem Untertitel „Von Pfinztalern für Pfinztaler“ versehen wird: es bringt alle vier Musikvereine der Gemeinde zusammen, darunter – auch dies eine Reminiszenz an die Historie – mit dem „Frohsinn“ Wöschbach den Patenverein des MVFB.

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