Mit Begeisterung wird musikalisches Neuland beschritten

Text: Klaus Müller, erschienen in den BNN vom 22.01.2020, mit freundlicher Genehmigung

Bläserklasse am Ludwig-Marum-Gymnasium wird in Zusammenarbeit mit dem MV Freundschaft und dem Blasmusikverband unterrichtet

Das Ergebnis kann sich hören lassen – für die Zeit, seit der die Kids die Instrumente spielen. Es sind gerade einmal einige wenige Monate. Und bei Trompete, Querflöte, Saxofon oder Klarinette handelt es sich nicht unbedingt um die einfachsten Instrumente. Nicht für Anfänger. Eine Adventsfeier mit einem ersten Auftritt haben die Fünftklässler bereits hinter sich. Sie besuchen im Ludwig-Marum-Gymnasium (LMG) Berghausen eine Bläserklasse. Das Ganze fußt auf einer Zusammenarbeit zwischen dem Gymnasium und dem MV Freundschaft Berghausen, finanziell unterstützt vom Blasmusikverband. Gemeinsame Projekte mit dem Musikverein gebe es immer mal wieder und das schon seit Jahren, berichtet Schulleiterin Elke Engelmann.

Zurück zum besagten Ergebnis. Wie es sich anhört? Ein bisschen klingt es wie Musik von der „Augsburger Puppenkiste“ gespielt – etwas schräg und sympathisch. Noch einmal: Für die Kinder ist das, was sie da zwei Stunden in der Woche machen, Neuland. Umso erstaunlicher das bisherige Ergebnis. Und dass die Kids begeistert bei der Sache sind, wird schnell bei einem Besuch in der Bläserklasse deutlich.

Wie sie zu ihrem Instrument kamen – warum gerade genau dieses Blasinstrument gespielt wird? „Ich habe mal reingeblasen und sofort einen Ton rausbekommen“, erzählt Trompeterin Stella. „Mir hat das Instrument gleich gut gefallen. Das sieht doch richtig gut aus“, verrät Letizia und deutet dabei auf ihr Saxofon. Die Posaune hat es Samuel angetan: „An dem Instrument sind nämlich keine Knöpfe (er meint die Pumpventile) dran.“ „Außerdem“, schiebt Kim nach, „sieht so ’ne Posaune cool aus.“ Marla entschied sich fürs Tenorhorn – weil drei „Tasten“ ja nicht so schwer zu spielen wären. Für Klarinette haben sich Kaya, Rosalie, Fania, Eren und Tristan entschieden, Sara für Querflöte.

Die zwei Stunden pro Woche gelten laut Lehrerin Sylvia Müller als schulischer Musikunterricht und sind somit Teil des Stundenplans. Besonders umfangreich, so die Musiklehrerin weiter, sei der praktische Teil. Es werde viel musiziert. Die Schule stelle als Kooperationspartner Räume und Lehrkräfte, der Verein die Instrumente, erläutern Engelmann und Stefan Wippert, Vorsitzender des MV Freundschaft. Zudem gebe es zusätzlichen Unterricht im Verein.

Die Bläserklasse schließt die Klassenstufe fünf, da beginnt es, und die Klassenstufe sechs ein. Mit dem Start des Kooperationsprojekts zeigen sich Sylvia Müller und Stefan Wippert zufrieden: quantitativ – elf Schüler-/innen machen mit – und qualitativ – die Elf sind voll bei der Sache und spielen mit wachsender Begeisterung und Ehrgeiz ihre Instrumente.

Sowohl die Schule, als auch der Verein sollen von dem Vorhaben – wohlgemerkt nicht verstanden als Eintagsfliege – mittel- und langfristig profitieren: Die Schule hoffe auf Nachwuchs für die Schul-Big-Band, sagt Schulleiterin Elke Engelmann, der Musikverein darauf, dass der eine oder andere Schüler künftig im Verein bliebe, so Wippert. Für die Dauer der Bläserklasse sind die Schüler Mitglied im MV. Die Beiträge dafür halten sich in Grenzen. Der Mehrwert, den es dafür gibt, ist deutlich höher. Und er macht eine Menge Spaß. Kaum gesprochen, wird auch schon wieder kräftig in die Instrumente geblasen.

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